Kolumbien – Cartagena als Weltkulturerbe und die Trauminsel Providencia

Die Vorfreude auf Kolumbien, das viertgrößte Land Südamerikas, war riesig: Endlich wieder ausgelassene Mentalität und Stimmung. Die Kultur wird als farbenfroh und fröhlich beschrieben und das wollten wir direkt in der „Perle“ Kolumbiens sehen – in der Stadt Cartagena. Diese liegt direkt an der Karibikküste und ist für viele Leute, Touristen sowie Einheimische, die schönste Stadt in Kolumbien sowie eine der schönsten Kolonialstädte Südamerikas. Unsere Erwartungen waren hoch und diese wurden direkt erfüllt – in vielerlei Hinsicht: Die Leute erinnerten uns bereits in den ersten Tagen an Brasilien, das Leben wird in vollsten Zügen genossen und gefeiert! Die Kolumbianer sind um einiges lockerer als die Peruaner und wenig zurückhaltend, was man auch schon an den Tanzstilen erkennt. 🙂

Cartagena glänzt durch ein wunderschöne Altstadt mit Kolonialhäusern, die von einer 13km langen Stadtmauer umgeben ist. Der neuere Stadtteil wird als „Manhattan Südamerikas“ bezeichnet und ist durch seine Hochhäuser schon aus der Luft erkennbar. Am besten hat uns der Stadtteil „Getsemani“ gefallen: Cooler Lifestyle, farbenfrohe Häuser, ausgefallene und wunderschöne Graffities, Street Food und ausgelassene Stimmung, Tag und Nacht! Die Hitze lässt sich mit frischen Früchten, Seafood, Cocktails oder einem Aufenthalt an den Stadtstränden aushalten. Meine erste Erinnerung an Kolumbien ist übrigens die Fußball-Weltmeisterschaft 1994 – Carlos Valderrama mit seiner Mähne ist mir gut in Erinnerung. Auch die Fans habe ich als „typisch südamerikanisch“ im Hinterkopf verankert. Und das konnte ich auch jetzt im Jahre 2019 sehen. In Brasilien findet gerade die Copa Amerika, ähnlich der EM in Europa, statt und in den Straßen sieht man viele viele Leute mit dem Trikot der Nationalmannschaft. Nicht nur während den Spielen spielt der Nationalsport Fußball somit eine große Rolle und ist omnipräsent. Die Kommentatoren der Spiele überzeugen mit 5 Worten pro Sekunde und dem überall bekannten und ewig langem „Goooooooooooooooool“ bei einem Tor.

 

Der Start in Kolumbien war somit vollends gelungen, nur eine Kleinigkeit haben wir zu Beginn vermisst: Wir sind in der Karibik und da sollten doch Traumstrände ohne Ende sein. Richtig! Wir recherchierten und verzichteten auf die Inseln in der Nähe von Cartagena. Vielmehr reizte uns ein Ausflug in wenig touristische Gefilde. Mitten in der Karibik gibt es zwei Inseln, San Andrés und Providencia, die 800 km vom Festland entfernt sind. Erstere Insel ist zwar sehr sehr schön, aber touristisch etwas überlaufen. So konzentrierten wir uns auf Providencia und die ersten Informationen die wir einholten, haben uns direkt überzeugt: Solche Traumbilder von Traumstränden mit einem Meer, dass in einem sagenhaftem Blau erstrahlt, haben wir noch nie gesehen und die Insel ist zudem touristisch weniger erschlossen. Wir buchten also nach ein paar Tagen Aufenthalt in Cartagena den Flug nach Providencia.

Spannend daran ist, dass man nach einem knapp 90-minütigen Flug in San Andrés umsteigen muss. Nicht auf eine Boeing oä., sondern auf ein Kleinflugzeug mit 19 Sitzen und 20-minütiger Flugdauer – keine Stewardess und keine fixen Plätze, sondern zwei Piloten, ein paar Passagiere und freie Platzwahl. Dieser Flug hat bereits sämtliche Erwartungen erfüllt und wir fühlten uns bereits in diesem Moment im Paradies. Nach unserer Ankunft ging es für uns zu Lorenzo, alias Bully, unserem Host für die kommenden 7 Tagen. Er überraschte uns direkt mit einem einwandfreien Englisch und erklärte das direkt. Auf der Insel wird von den Einheimischen nicht in der Amtssprache Spanisch, sondern Englisch gesprochen. Verstehen konnten wir die knapp 5.200 Einwohner bei ihren Kommunikationen trotzdem nicht, der Dialekt ist witzig und kaum verständlich. 🙂 Mit uns wurde dann auf verständliches Englisch gewechselt. Bully erklärte uns sämtliche Highlights und wir hatten bereits am ersten Tag genug Pläne für den Aufenthalt. Geschichtlich ist die Insel u.a. bekannt, weil der berühmten Pirat Henry Morgan sie im Jahre 1670 als Basis für den Überfall auf Panama genutzt hat. Den Pirat kennen viele von euch, wenn auch vermutlich nur von der Rummarke „Captain Morgan“, die nach ihm benannt ist.

Zurück zu uns: Wir liehen uns direkt zum Start Equipment fürs Schnorcheln aus, was auf der Insel besonders cool sein soll. Das bestätigte sich eindrucksvoll: Einfach der Wahnsinn, wenn man bei türkisfarbenen Wasser in die Unterwasserwelt eintaucht und bunte Fische, farbenfrohe Korallen oder Wasserschildkröten sieht! Der Respekt vor dem Meer bleibt, aber durch diese Erlebnisse wandelt sich dieser in riesengroße Freude um. Die nächsten Tage genossen wir fast täglich das Karibik-Feeling und umkurvten die Insel, die übrigens nur 17 km2 groß ist, mit einem Moped. Autos gibt es auf der Insel kaum welche und so liehen wir uns fast täglich ein motorisiertes Gefährt. Wir fuhren dem Sonnenuntergang entgegen, auf der Straße und auf dem Strand. 🙂 Freiheitsgefühl pur!

Wir haben vor unsere Reise nach Providencia auch von einer besonderen Highlight gehört: Tauchen mit Haien. Dazu wollten wir uns zumindest mal informieren und suchten uns dazu den bekanntesten Tauchguide auf der Insel, Felipe. Ein Strahlemann, Mitte 50, der sein Leben der Insel und dem Meer gewidmet hat. Generell sind die Leute auf der Insel extrem freundlich, zuvor kommend und dauerhaft mit einem Lachen im Gesicht! Wir meldeten uns also für einen Beginnerkurs an und mussten feststellen, dass wir nach einer Theoriestunde direkt ins offene Meer mussten. Das war dann doch etwas viel Adrenalin, aber wir machten mit. Mit dem Boot ging es ins offene Meer und mit einer Sauerstoffflasche am Rücken begaben wir uns in 9 Meter Tiefe.

Das Gefühl dabei ist kaum zu beschreiben…für uns war es ein Mix zwischen Angst, Freude und extrem beeindruckt sein. Sogar Haie sahen wir am nächsten Tag! Erlebnisse, die wir nie wieder vergessen werden und so haben wir in dieser Woche das Herz ein bisschen an das Meer verloren. Die Berge bleiben unsere Heimat, aber diese Tage haben uns dem Wasser näher gebracht. 😉 Zum Abschluß unseres Aufenthalts auf Providencia besuchten wir mit dem Kajak die „Crab Cay“. Eine kleine Insel, die einfach magisch ist. Ihr merkt, wir haben uns in Providencia verliebt, ein Paradies auf Erden, und das völlig zu Recht. Ein Highlight unserer Reise und eins können wir versprechen: Wir kommen wieder, definitiv! Es war Liebe auf den ersten Blick.

 

4 Kommentare bei „Kolumbien – Cartagena als Weltkulturerbe und die Trauminsel Providencia“

  1. Beeindruckende Bilder und so erzählt, dass man sehr gut nachempfinden kann, wie Ihr es erlebt. Schön zu sehen, dass es Euch gut geht. Alles Gute auf der weiteren Reise wünscht Euch der Totti. 🌝

    1. Hanna & Thomas sagt: Antworten

      Danke, Tottinho! Wir freuen uns schon auf das nächste Bierchen mit euch. 😉
      Schöne Grüße auch an Jule!

  2. Marion_lieblingsschwester:) sagt: Antworten

    Mega coole Fotos 😍😍 der Neid ist groß 🤗
    genießt die Zeit und trinkt für uns an Cocktail bitte mit 😉
    Liebe Grüße aus Tirol
    Marion und Flo

    1. Hanna & Thomas sagt: Antworten

      Danke, Marion und Flo! Natürlich trinken wir einen Cocktail für euch mit. 🙂
      Grüße an alle und bitte schickt uns Bilder von der nächsten Grillerei. Da sind wir neidisch. 🙂
      Liebe Grüße, Hanna und Thomas

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